9. Waldfest der Zuversicht

Neuntes Waldfest der Zuversicht von „alt - arm - allein“ in der Erfenbacher Fuchsdell'

Von Monika Klein

Die fleißigen Hände, die zum Gelingen des neunten Waldfestes der Zuversicht in der Fuchsdelle beitrugen, wurden nicht müde. Gestern bereiteten die Mitglieder des Vereins „alt – arm – allein“ mit Hilfe der Hobby-Singers, der Otterbacher Reservistenkameradschaft und weiterer Helfer Bedürftigen und Senioren einen Tag, an den sie gerne zurückdenken.

An diesem herrlichen Sommertag sind die Schattenplätze auf dem Vereinsgelände der Hobby-Singers begehrt. Schon zum Auftakt mit einem ökumenischen Gottesdienst sind die Sitzplätze unter dem Dach oder den Schirmen gut besetzt. Auch zur neunten Auflage sind 600 bis 700 Gäste dabei, schätzt Peter Stemler von den Hobby-Singers. In all den Jahren seien mittlerweile über 5000 Besucher bewirtet worden. Der Großteil stammt aus Seniorenheimen aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern, die mit Bussen gebracht und später wieder nach Hause chauffiert werden. Auf der Bühne halten der katholische Geistliche Norbert Kaiser und die evangelische Pfarrerin Angelika Keller einen ökumenischen Gottesdienst, der von den Hobby-Singers mitgestaltet wird. Noch während vier Solisten und Chorsänger „Ihr von morgen werdet neue Wege gehen“ anstimmen, rührt Werner Groß in den Töpfen der Reservisten-Feldküche. Unter den Deckeln garen 50 Kilo Nudeln in siedendem Salzwasser. „Noch ein bisschen“, befindet sein Kamerad Gerhard Hirsch über den rechten Biss.

Seit der Premiere lässt Groß es sich nicht nehmen, seinen Teil zum Gelingen des Festes beizutragen. „Ich bin gerne dabei. Es ist ein leichtes Lächeln, ein Kopfnicken oder ein freundliches Wort. Es ist schön, die Dankbarkeit zu sehen.“ Unter dem Holzdach nehmen weitere Reservisten 140 Kilo Rahmbraten und 50 Kilo Kaisergemüse entgegen, die per Fahrzeug beigeschafft werden. „Wir machen das mit links“, meinen Gertie Ultes und Sonja Littig im Hinblick darauf, dass gleich der große Ansturm auf ihre Essensausgabe ausbricht.

Auch in den Hütten geht es geschäftig zu. Die Hobby-Singers brutzeln Bratwürste und Frikadellen, während die katholische Frauengemeinschaft aus Erfenbach längst an Pfannen und Waffeleisen zugange ist. „Wir sind seit 7 Uhr da“, erzählt „Chefköchin“ Anna Herbrand. 50 Kilo Mehl für die Dampfnudeln und 30 Kilo Mehl für die Waffeln wurden verarbeitet. Für sie und ihre Helferinnen ist es keine Frage, hier zu stehen. „Ich bin dankbar, dass ich gesundheitlich so auf der Höhe bin, dass ich das für die Menschen machen kann“, sagt sie.

Wenige Schritte weiter wird bereits der Kuchen für den Nachmittagskaffee geschnitten. Bei Gert Walter geht es noch ruhig zu: „Wir sind die Spülmaschine“, schließt er lachend die beiden Männer neben sich mit ein. Das Trio weiß, dass es später, wenn das benutzte Geschirr bei ihnen landet, alle Hände voll zu tun hat.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Werner Stumpf ist die Tafel eröffnet. Im Nu bilden sich Schlangen aus Gästen und Helfern, die mit gefüllten Tellern und Gläsern zu den Tischen laufen. Unter ihnen sind auch die amtierende Zellertaler Weinprinzessin Cinderella Britzius, ihre Nachfolgerin Alicia Becher und Vorgängerin Lisa Weller. Über den Vorsitzenden Norbert Thines ist der Kontakt zustande gekommen.

Zum 20-jährigen Vereinsbestehen haben die Organisatoren die Selfiebox von Judith Voigt bestellt. Auf der Bank Platz nehmen, einen der drei Hintergründe auswählen und in die Linse schauen – nach wenigen Sekunden spuckt der Automat das Erinnerungsfoto aus. Nach etwa einer Stunde haben sich rund 50 Gäste bereits ablichten lassen, berichtet die Inhaberin von Foto Bleh.

Zauberkünstler Thomas Jarzombek baut nach dem Mittagessen seinen Tisch auf und wird prompt von den jüngsten Besuchern umringt. „Was willst du?“, fragt er die junge Dame vor sich. „Eine Katze“, antwortet sie. Nach wenigen Sekunden überreicht er ihr das aus Luftballonschlangen gestaltete Tier.

Quelle:
DIE RHEINPFALZ, Ausgabe Pfälzische Volkszeitung vom Montag, 12. Juni 2017
Fotoagentur VIEW, Kaiserslautern